Nobby’s News

16. November 2007

Die Glocken von Rom

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Schwule Fußballspieler? (2)

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Tabuthema schwul sein

Noch immer hat sich in Europa kein aktiver Fußballer als Homosexueller geoutet. Homosexualität und Homophobie, die krankhafte Abneigung gegen Schwule, sind in der großen Welt des Fußballs Tabuthemen.

Schicksal von Justin Fashanu
In England hatte Justin Fashanu diesen Schritt bereits 1990 gewagt. Einige Jahre davor wurde der damals bei Nottingham Forest engagierte Stürmer, welcher als erster Schwarzer in Großbritannien über eine Million Pfund Ablöse kostete, in der Schwulenszene von Nottingham gesichtet. Dies, obwohl er damals in einer heterosexuellen Beziehung lebte. 1998, nachdem er einer Vergewaltigung beschuldigt (und von der Presse vorverurteilt) worden war, erhängte er sich. Zu stark hatte er unter der folgenden psychischen Belastung seines Coming-Outs gelitten.

Schweigen bröckelt nur langsam
«Wichtig ist es, die Leute dafür zu sensibilisieren. Damit wäre schon viel gewonnen», sagt Christian Deker, Sprecher des ersten homosexuellen Fanclubs beim deutschen Meister VfB Stuttgart. Dieser ist aus dem gleichen Wunsch wie die «Wankdorf Junxx» entstanden; nämlich um das eigene Anderssein in der Fankurve nicht mehr verstecken zu müssen. «Wir wollten zeigen, dass es im Stadion auch schwule und lesbische Anhänger gibt, denn viele glauben das nicht», erklärt der 25-jährige Deker gegenüber der deutschen Nachrichtenagentur dpa.

Ex-Spieler sollen sich outen
«Besser wäre es, wenn sich ehemalige Bundesligaspieler oder ehemalige Trainer outen würden, weil diese nicht mehr auf dem Platz stehen», sagte zuletzt der frühere Zweitliga-Spieler Marcus Urban der Wochenzeitung «Welt am Sonntag». «Das würde es für aktuelle Spieler leichter machen, sich zu bekennen.» Der 36-Jährige hatte seine Karriere bei Rot-Weiß Erfurt zu Beginn der 1990er Jahre wegen seiner Homosexualität beendet. Heute lebt er offen als Schwuler.

«Spieler dürfen Neigung nicht zeigen»
In diesem Interview ging er nun erstmals in die Offensive: «Man darf ja mit keiner Geste oder Äusserung seine Neigung erkennbar machen, denn das gefährdet die Karriere, für die ein Spieler sein Leben lang gearbeitet hat.» 

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