Schwerer Schlag, nicht nur für Köln:
In der Kölner Innenstadt ist das Historische Stadtarchiv komplett eingestürzt. Binnen weniger Augenblicke verwandelte sich das vierstöckige Gebäude – eines der bedeutendsten Stadtarchive Deutschlands – in einen Schuttberg. Ein benachbartes Wohnhaus brach ebenfalls zusammen, ein viergeschossiges Nachbarhaus mit einer Bäckerei im Erdgeschoss stürzte größtenteils ein.
Es wird darüber spekuliert, dass ein U-Bahn-Bau unter der Unglücksstelle den Einsturz ausgelöst haben könne. Wie viele Personen zu Schaden gekommen sind, ist noch unklar. Nach vermissten Personen wird noch gesucht.

Das Historische Archiv der Stadt Köln war eines der größten Stadtarchive Deutschlands. Es verwahrte in seinen Magazinen Originaldokumente aus über tausend Jahren Kölner und rheinischer Geschichte. Darunter befanden sich Urkunden und Testamente, Ratsprotokolle und Stadtrechnungen und die Akten der Stadtverwaltung der alten Reichsstadt Köln (bis 1794/97), aus der Zeit der französischen Herrschaft (bis 1814), aus preußischer Zeit (bis 1945), aus der Nachkriegszeit und Zeit der Bundesrepublik, aber auch schriftliche Nachlässe und Unterlagen bedeutender Persönlichkeiten und Institutionen des Kölner Raumes. Die schriftliche Überlieferung wurde ergänzt durch Pläne, Fotos, Plakate, Zeitungen, Sammlungen zur Zeitgeschichte, Filme undTonbänder. Aneinandergereiht füllten all diese Informationsträger 26 Kilometer Regale, und mit jedem Jahr kamen etwa 300 Meter hinzu.
Diese Schätze sind jetzt unter Trümmern begraben und wahrscheinlich zum größten Teil unwiderruflich verloren gegangen.